Wichtige Information zu der Kfz-Versicherung in der Schweiz

Kfz-Versicherung Schweiz

Der Abschluss einer Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung ist in der Schweiz für alle motorisierten Fahrzeuge, die für die Teilnahme am Strassenverkehr zugelassen werden sollen, Pflicht und durch den Gesetzgeber geregelt. Neben dieser Basisversicherung ist es möglich, mit bis zu vier zusätzlichen Komponenten den Schutz auf Ihre individuellen Bedürfnisse zu erweitern. Diese Zusatzleistungen sind gegliedert in: Teilkasko-Versicherung, Kollisionskasko-Versicherung, Insassen-Unfallversicherung und die Vollkaskoversicherung, die eine Kombination aus Teilkasko- und Kollisionskasko-Versicherung beinhaltet.

Im Gesetz sind die Pflichtleistungen der Haftpflichtversicherung verankert, die von den meisten Versicherern in gleichem Umfang oder minimal erweitert angeboten werde, weshalb sich der Haftpflichtschutz nicht sonderlich unterscheidet. Bei den optionalen Leistungspaketen lohnt sich der Vergleich: Die Zusatzversicherungen verschiedener Versicherer unterscheiden sich im Leistungsumfang und den Prämien. Durch mehrere Faktoren bestimmen das Angebot der Leistungen und die Prämienhöhe. Wohnort, Fahrzeugtyp, Erstzulassung, Effizienzklasse und Alter des Fahrers wirken sich unter anderem auf die Berechnung des Jahresbeitrages aus. Um den für Sie optimalen Versicherungsschutz zu finden, ist es sinnvoll die Versicherungen genau zu vergleichen, damit Sie nicht für Leistungen bezahlen, die Sie nicht benötigen.

Die Höhe der Prämie hängt vom Kanton ab

Die Prämien für den Versicherungsschutz sind von Kanton zu Kanton verschieden. Sollten Sie als Fahrzeughalter mit Ihrem Auto in dem Kanton Oberwald wohnen, dann haben Sie, laut einer Auswertung durch comparis.ch, das Glück, den geringsten Jahresbeitrag im schweizer Vergleich zu bezahlen. Dieser liegt in Oberwald im Mittel bei 1023 Franken jährlich.

 

Während vermehrt in der Zentralschweiz die Kantone unter dem Landesschnitt angesiedelt sind, liegt Tessin mit 1162 Franken pro Jahr an der Spitze der teuersten Fahrzeugversicherungen. Doch nicht nur jenseits des Gotthards zahlt man für seinen Versicherungsschutz im Schnitt mehr als in Odenwald, an der Spitze sind Zürich mit 1123 Franken und Waadt mit 1113 Franken ebenfalls anzutreffen.

 

Für diesen Trend gibt es einen Grund. Mediensprecher Felix Schneuwly, Mediensprecher von comparis.ch, erklärt in einem Interview: «Die Prämien bilden ab, wie hoch die Versicherung das Risiko für einen Lenker einschätzt. In einem Kanton mit höheren Prämien, gibt es tendenziell mehr und teurere Schäden». Da die Wahrscheinlichkeit, in einen Unfall verwickelt zu werden, in der Stadt und in grenznahen Gebieten höher ist, ist dort der Beitrag entsprechend teurer als in ländlicheren Regionen.

Auch das Fahrzeugmodell ist für die Höhe der Prämie ausschlaggebend

Automodelle

Der Beitrag wird auch an der Höhe des Schadens gemessen, der an oder durch Ihr Fahrzeug statistisch entstehen kann. Ist Ihr Auto eher leistungsstark, exklusiv ausgestattet und teuer, dann müsste die Versicherung bei einem Unfall oder Diebstahl einen höheren Betrag zur Schadensregulierung bezahlen, als bei einem Kleinwagen mit Serienausstattung. Zu jedem Fahrzeugmodell gibt es eine Wahrscheinlichkeit, die anzeigt, wie oft das Modell in Unfälle verwickelt ist und wie hoch die Kosten der Schadensregulierung ausfallen. Das spiegelt sich in der Beitragsbemessung wider. Bei hochmotorisierten Fahrzeugen fällt auch das Alter des Fahrers stark ins Gewicht, da die Unfallrate bei jungen Erwachsenen höher ist und durch das sportliche Fahrzeug weitere Risiken entstehen können. 

Sie können mit der Nutzung des Fahrzeuges die Prämie beeinflussen

Im Antragsformular für Ihre Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung werden Sie nach der jährlichen Kilometerlaufleistung gefragt. Fällt diese niedriger aus, dann wird auch die Prämie günstiger. Der Versicherer nimmt an, dass ein Auto, das mehr Kilometer auf der Straße leistet, mehr Situationen ausgesetzt ist, um in einen Unfall zu geraten. Diese Angabe, die sich nur relativ gering auf Ihren Beitrag auswirkt, sollten Sie mit bestem Gewissen beantworten. Denn wenn sich nach einem Unfall in der Autogarage herausstellen sollte, dass Ihr Kilometerstand unangemessen höher ist, als er laut Ihren Angaben sein dürfte, dann hat die Versicherung das Recht Strafzahlungen zu fordern.

Mit einer Garage sinkt die Prämie

Steht Ihr Fahrzeug in einer abschliessbaren Doppel- oder Einzelgarage, dann wird Ihr Versicherungsschutz, besonders die Teilkaskoversicherung, niedriger ausfallen. Denn dort ist das Fahrzeug vor Vandalismus und Diebstahl besser geschützt. Versuchen Sie die Unterbringung so ehrlich wie möglich einzuschätzen, da Ihr Versicherer sich gerechtfertigter Weise der Richtigkeit dieser Angabe vergewissert, wenn Ihr Auto, anstatt in Ihrer Garage, vor Ihrer Haustür an der Strasse parkt und dort beschädigt wird. Abhängig vom Einzelfall kann er eine Strafe fordern bis hin zum Rücktritt von der Versicherung wegen der Verletzung vorvertraglicher Anzeigepflichten.

So können Sie die Prämie weiter reduzieren

Um die Höhe des Beitrages zu verringern, gibt es noch weitere Möglichkeiten. Wenn Sie sich nur vor dem Ernstfall und einem größeren Schaden schützen möchten, dann ist eine Zusatzversicherung mit Selbstbehalt von Vorteil. Das bedeutet, dass sie bis zu einem vereinbarten Betrag, dem Selbstbehalt, Schäden selbst übernehmen. Liegt der Schadensfall höher als der Selbstbehalt, dann wird Ihnen dieser Betrag von der erstattungsfähigen Summe abgezogen. Hierbei haben Sie nicht nur einen spürbaren Preisunterschied bei der Prämie, es kann Ihnen noch zusätzlich ein Rabatt für unfallfreie Jahre zugutekommen. Für die Teilkasko- und Vollkasko-Versicherung kann der Selbstbehalt unterschiedlich vereinbart werden. Der Selbstbehalt gilt pro Schadensmeldung, deshalb sollten Sie bei einer erhöhten Unfallwahrscheinlichkeit die Vor- und Nachteile abwägen, da Sie den Selbstbehalt immer direkt aus der eigenen Tasche zahlen müssen und dieser auch verfügbar sein sollte.

Prämie

Rabatt durch unfallfreie Jahre

Innerhalb der Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung wird unfallfreies Fahren belohnt. Für Fahrer, die mehrere Jahre keinen Schadensfall melden, wegen Unfallfreiheit oder Selbstregulierung geringfügiger Schäden, sieht der Versicherer einen Bonusstufen-Rabatt, das Bonus-Malus-System, vor. Das bedeutet, dass Sie für jedes Jahr, in dem Sie keinen Schaden anzeigen, einen höheren Bonus erhalten. Der Bonus bezieht sich dann prozentual auf die Basisprämie, die bei 100% liegt. Es lohnt sich auszurechnen, ob sie bei kleineren Schäden besser selbst bezahlen oder den Unfall Ihrem Versicherer melden. Bei den meisten Versicherungen haben Sie die Möglichkeit, einen Bonusschutz abzuschliessen. Dadurch entstehen zwar zusätzliche Kosten, Sie können jedoch Ihren Bonus nach einem Unfall unverändert beibehalten.  

Die Schadensstatistik: Häufige Unfälle werden vermerkt

Im Rahmen der Teilkaskoversicherung ist kein Bonus-Malus-System vorgesehen. Schadensmeldungen werden jedoch in Ihrer Häufigkeit vermerkt und können zu einer negativen Einstufung führen. Dies wird problematisch, wenn Sie den Versicherer wechseln möchten und dieser, unter Einbezug der Schadensstatistik, Sie entweder ablehnt oder Ihnen, aufgrund des hohen Schadensrisikos, schlechtere Konditionen anbietet.

Rabatt bei Auswahl der Reparaturwerkstatt durch den Versicherer

Versicherungen kooperieren oft mit Werkstätten. Lassen Sie Ihr Auto in einer Werkstatt, die mit dem Versicherer zusammenarbeitet, reparieren, dann erhalten Sie einen Rabatt. Durch die Vermittlung der Kundschaft erhält die Versicherung bei der Werkstatt einen Preisvorteil, den Sie mit dem Rabatt zum Teil an Sie weitergibt. Lassen Sie sich in diesem Fall von der Versicherung eine Liste zuschicken, in der die erlaubten Werkstätten verzeichnet sind. Reparaturen in anderen Werkstätten werden meist kulant nur mit dem Betrag erstatten, den der Versicherer bei seinem Kooperationspartner für die gleiche Leistung bezahlt hätte.

Die Leistungen variieren unter den Versicherungen

Die Vielfalt der Angebote ist gross. Es gibt jedoch noch einen weiteren wichtige Unterschied zwischen den Versicherungen, abgesehen von Leistungen, Beitragsberechnung und Bonusprogrammen: Im Fall einer groben Fahrlässigkeit schliessen Versicherer die Übernahme des Schadens normalerweise aus. Wenige Versicherer bezahlen dennoch unter bestimmten Voraussetzungen solche Schäden.

 

Es ist zwar eine mühsame Arbeit, die Vertragsbedingungen verschiedener Versicherungen zu vergleichen, es kann sich jedoch auf Dauer auszahlen, wenn der Vertrag mit allen Konditionen persönlich abgestimmt ist. Im Internet können Sie anhand von Kundenmeinung in Erfahrung bringen, ob der Service einer Versicherung im Falle eines Schadens zufriedenstellend war, oder ob die Kunden unzufrieden sind und in Vorleistung gehen mussten.